Wie immer habe mache ich hier keinen echten Vergleichstest wie auf einer Test- oder Gadget-Seite. Wie immer schreibe ich über die Dinge so wie es mir in den Sinn kommen, was mich interessiert, wie ich das so sehe. Leser die hier schon etwas länger mitlesen wissen ja, das ich anfangs recht skeptisch der Hardware-Gattung Tablets gegenüberstand. Ähnlich wie bei Netbooks hatte ich das Gefühl das man Tabs nicht wirklich braucht. Bei Netbooks vertrete ich immer noch die Meinung, das man sich besser ein Subnotebook zulegen sollte. Das ist dann wenigstens ein richtiger Rechner. Aber auch das muss jeder selbst wissen. So ein Netbook ist wie eins dieser Möchtegernautos, die nur 25 KM/h fahren dürfen, Einsitzer sind und mit einem Mofaführerschein gefahren werden dürfen. Nicht wirklich ein Auto, aber hat vier Räder und ein Dach über den Fahrer.
Das Thema sind aber Tablets. Mittlerweile bin ich ja davon überzeugt das man diese Gattung wirklich brauchen kann. Es ist ein reiner Consumer (lesen, surfen, Musi hören, spielen), aber dafür ist die Gattung perfekt. Mit nem Laptop auf dem Schoß geht es auch, aber mit einem Tab in der Hand ist es noch bequemer!
So hatte ich mir im letzten Jahr die abgespeckte Version des ersten Galaxy Tabs mit 7″ Display zugelegt. Das GT-P1010. Gegenüber dem GT-P1000 hat dies kein SIM-Kartenslot, ist also nicht gleichzeitig ein 3G-Smartphone. So dachte ich jedenfalls wäre dies der einzige Unterschied. Ich wurde unterdessen eines besseren belehrt, denn es gibt noch andere Hardware-Unterschiede, das das P1010 minderwertiger macht und den günstigen Preis erklärte. Aber auf die Hardware will ich nicht weiter eingehen, das kann man sich gerne selbst ergooglen, wen es interessiert. War also das P1000 durchweg gut weggekommen, hat das P1010 so ein paar Macken wie eben häufige Abstürze, die zwar nie ins digitale Nirwana geführt haben, aber doch ärgerlich waren. Wie schon letztens hier im Blog mal erwähnt sollte jetzt etwas Neues daher. Die erste Frage war 7- oder 10-Zoll? Bei 10-Zoll-Geräten gibt es unterdessen eine große Auswahl an Androiden. Aber da ich das Tab auch für unterwegs in der U-Bahn z.B. nutzen möchte, sind mir 10-Zoll zu viel gewesen. Also wieder 7-Zoll. Da ist die Auswahl dann nicht mehr so groß. In der Klasse gibt es mehr Billig-Kram in der Verarbeitung und Ausstattung, so das ich dann doch wieder auf Samsung, aber nicht auf das jetzt erschienen Tab 2, sondern das Tab 7.0 Plus N, sprich Model P6201 gekommen bin. Also das mit SIM-Slot und HSPA/EDGE/GRPS QUAD ausgestattet ist.
Ja, ja, es gibt noch das 7.7 mit OLED-Bildschirm. Sehr schön anzusehen, aber mit 550 EUR oder teilweise höher deutlich zu teuer und nur eher selten zu bekommen. Im Laden schon gar nicht (“Das müssten wir erst bestellen”), so das man es gar nicht ausprobieren kann.
Wie stabil es wirklich läuft kann ich nach knapp 4 Wochen natürlich noch nicht sagen, das wird die Zeit erst zeigen, aber es gibt schon ein paar gravierende und positive Unterschiede zu dem 1 Jahr älteren Tab. Wobei ich in den Wochen nur zwei Abstürze hatte. Und dann auch nur einen Echten, also so einen den ich nicht gleich erklären konnte. Der Andere war mit Absicht, denn jeden Rechner bringt man zum Abstürzen oder einfrieren, wenn man nur genug Programme gleichzeitig laufen läßt. Wobei das SGT7Pn sich sehr viel besser geschlagen hat als sein Vorgänger, der sich schon verabschiedet hatte, wenn man einen Mediaplayer dudeln lassen, Feeds via NewsReader gelesen und es dann noch gewagt hatte ein weiteres App zu starten. Das SGT7Pn hat sich erst nach 6 gleichzeitig laufenden Apps verabschiedet. Und wann macht man sowas schon in der Praxis?
Das SGT ist ein Android 2.X Gerät. Nicht nur von der Hardware sondern auch deswegen, weil es noch die vier Touchtasten unter dem Bildschirm (wenn man es hochkant hält) hat. Diese hat das Android 3.X nicht mehr. Denn ab Android 3.0 sind dies Tasten oder besser Funktionen in der unteren oder je nach Grät auch oberen Nav-Leiste integriert worden. Vom Gehäuse her haben wir ja in Deutschland ohnehin Sondergeräte. Denn durch die Klage vom Apfel-Konzern in Deutschland musste Samsung die Gehäuse anpassen damit sie dem eiPätt nicht so ähnlich sehen. So sind die Lautsprecher jetzt von unten an der Stirnseite auf unten auf die Frontseite gewandert. Das finde ich gar nicht mal so schlecht, denn beim alten SGT, bei denen die Lautsprecher auch noch unten waren, hatte ich oft mit der Hand die Lautsprecher verdeckt, was hier jetzt nur noch teilweise passieren kann. Das neue Gehäuse ist ein klein wenig breiter, weswegen das neue Tab auch nicht in die Ladeschalen des alten Tabs passt. Merkwürdig ist das der obere Lautsprecher nur fürs Telefonieren benutzt werden kann. Für Musik oder eben Sound bei Videos oder Spielen kommt zwar ein klanglich guter, aber eben Mono-Sound nur aus den unteren Lautsprecher. Das finde ich persönlich nicht so schlimm. Unterwegs höre ich ohne hin nur über Kopfhörer Musik oder Videosound und zu hause habe ich Bluetooth-Lautsprecher im Zimmer zu stehen.
Verbinden tut sich das Gerät via Wlan oder Bluetooth deutlich schneller als das alte Gerät, das sich dabei eher mal Zeit gelassen hatte. Aber bleiben wir jetzt erst einmal bei der Hardware. Das neue Tab ist ein wenig leichter und dünner. Das merkt man auch. Dadurch das das Gehäuse sich bei den neuen Tap von der Mitte her zum Rand hin verjüngt und deutlich abgerundeter ist als das Gehäuse des Alten, kommt einen das Tab noch schmaler vor. Ich habe diesmal das Gehäuse in schwarz bzw dunkelgrau gewählt. Trotzdem die Rückseite aus eine Art gebürsteten Material ist und somit eigentlich nicht so glatt ist wie die Rückseite des alten Tabs, ist das Neue irgendwie “rutschiger”. Das alte liegt besser in der Hand und durch den “echten” Rand fester. Ich habe mir diesmal von Stilgut eine Klapphülle zugelegt (fürs alte Tab hatte ich die originale Klapphülle von Samsung), die nicht nur den Vorteil als guter “Aufsteller” hat (siehe Link) sondern auch nach dem Umklappen des Deckels für einen guten Halt in der Hand sorgt.
Die Tasten an der linken Seite sitzen etwas tiefer im Gerät und sowohl der Ein-/Austaster als auch die Lautstärkenwippe sind dadurch etwas schwammig zu bedienen. Aber da gewöhnt man sich schnell dran.
Der Bildschirm hat eine höhere Auflösung und mit Android 3.X lassen sich auch viele Apps wie Quick Office, Documents to Go und besonders das WordPress-App besser in die Horizontale kippen, als noch unter Android 2.X. In Großen und Ganzen reagiert die Hardware des neuen Tabs schneller und öffnet Apps sofort. Schon das starten des Tabs geht gegen über des alten Tabs rasend schnell, so das ich das Teil unterwegs auch mal ausschalte, weil ich weiß das ich es dann auch schnell wieder “aufwecken” kann, wenn ich es brauche. Das verlängert die Akku-Laufzeit. Denn der Akku ist nicht wirklich leistungsstärker als der des alten Tabs. Nach 12 Stunden bei normaler Benutzung ist das neue Tab genauso leer wie das Alte und muss an eine Stromquelle.
Ich warte jetzt auf das Update auf Android 4.X. Angekündigt ist es für die zweite Jahreshälfte, die ja nun angebrochen ist. Unzufrieden bin ich mit Android 3.2 nicht wirklich. Es läuft auf dem Tab absolute stabil. Ich hatte bisher nur einen Absturz und der wurde eher von einem App ausgelöst als vom OS. Aber wenn Apps mal abstürzen reissen sie in 99% der Fälle nicht das OS mit in die Tiefe. Aber eben eine ärgerlichen Bug hat Android 3 doch: Es lässt offiziell nur sehr wenige Programme direkt auf die externe SD-Karte zugreifen. Das kann man nur umgehen, wenn man tief ins OS eingreift, worauf ich keine Lust habe. Zu Folge hat dieses Problem, das einige Programme die nach der ersten Installation noch Daten auf die SD-Karte schaufeln wollen, das eben nicht tun können und die Installation abbrechen. Das betrift übrigens sämtliche EA-Games wie NEED FOR SPEED. Andere Programme fragen ja wenigstens nach (wie z.B. PINBALL ARCADE) wenn sie sich nicht auf die SD legen dürfen und installieren sich auf die Interne.
So oder so bin ich zufrieden mit den Umstieg auf das 7.0nPlus. Es funzt besser als das Alte und läuft stabiler und flüssiger.


