Ja, ja, ich weiß, vor Jahren habe ich auf das eiPätt gemeckert, als Apple jenes angekündigt hatte. Und ich habe auch gegen Tablets gemeckert. Das wären keine richtigen Computer und damit könne man nichts Kreatives machen usw. usf.
In früheren Posts habe ich meinen Irrtum ja schon eingestanden. Ich hatte eben Damals nicht erkannt das ein Tablet was anderes sein kann als ein Laptop-Ersatz oder ein zu groß geratenes Smarty. Wie auch immer.. Aber bei einem Punkt war ich immer “hart” geblieben: Ein 10″-Tab war mir immer als zu groß erschienen. Denn für unterwegs finde ich das einfach zu unhandlich und zu schwer um es z.B. in einer Hand zu halten. 7″ sind da ideal! Diese Meinung haben unterdessen nun scheinbar viele auch. Oder warum sind Kindle fire, Nexus 7 und das eiPätt mini so beliebt und verkaufen sich wie geschnittenes Brot? Ich gebe mein Tab 7.0 auch nicht her. Einzig das Galaxy Tab 7.7 hätte mich wegen seines OLED-Displays interessiert, denn das hatte nicht nur eine höhere Auflösung geboten. Aber jenes war schon letztes Jahr schwer zu bekommen oder wenn ja schlicht weg zu teuer. Das SGT 2 7.0 kam letztes Jahr allerdings raus, hatte schon Android 4, war aber technisch eher schwächer als mein SGT 7.0. So bin ich bei diesem gerne geblieben. Nun hat jenes ja auch ein Update auf Android 4.0.4 bekommen, so das es auf jeden Fall noch auf die Höhe der Zeit ist. So bekomme ich hier beim Unreal-Benchmark noch eine höhere Framerate als das SGT 2 10.1.
Wie man auf dem Photo oben sieht ist das 10″ Model der zweiten Generation von Galaxy Tabs trotzdem in unseren Technik-Nerd-Haushalt eingezogen. Wie kommt das denn? Einmal ist Frau Stardustlyricer das 7″-Tab zu klein und witzelig wenn sie mal nur schnell mal was nachschauen möchte. Und außerdem ist der Preis unlängst weit unter 300 Euro gefallen. Aber es gibt eben Anwendungen (dieser Begriff fühlt sich schon beim schreiben alt und staubig an) die selbst ich auf einen großen Tab besser aufgehoben finde.
Wo das lesen von eBooks mir doch weiterhin auf den 7-Zoller mehr Spaß machen wird, so habe ich festgestellt das sich eComics einfach besser auf einen 10-Zoller lesen. Klar man kann in die einzelnen Panels reinzoomen und so läßt es sich prima noch auf einen 7-Zoller lesen, aber die Lesegewohnheiten sind bei einem Comic nun mal die ganze Seite zu sehen. Das ist bei einem 10-Zoller definitiv besser. Mit den Bildschirm erreicht man ungefähr die Größe einer US-Comicheft-Seite. Das ließt sich dann wirklich angenehm. Auch in Webseiten von Zeitungen z.B. muss man so nicht mehr so viel rein- und rauszoomen eben ähnlich wie am PC-Bildschirm. Hier kann man außerdem das Tab auch hochkant nehmen so das man die Webseite komplett sehen und teilweise lesen kann ohne zoomen zu müssen. Filme und Serien gucken geht natürlich auf 10″ auch viel angenehmer.
Was mir allerdings aufgefallen ist, das mir das spielen auf dem großen Tab nicht zwangsläufig mehr Spaß macht. Eher das Gegenteil. Also selbst Spiele die flüssig laufen. So machen zwar Pinball-Spiele wie Pinball Arcade schon mehr Spaß, weil man einfach einen besseren überblick über den Tisch hat. Auch Solitair- oder Shanghai-Spiele machen ein wenig mehr Spaß weil man einen größeren Bildschirm hat. Adventure- oder Wimmelbildspiele, die auf kleinen Bildschirmen gar keinen richtigen Spaß machen, gehen hier wie bei Broken Sword richtig zünftig ab. Aber Andere eben nicht. Gerade Rennspiele, bei dem man das Tab als quasi Lenkrad in den Händen hält, sind nicht so toll. Einmal, und das klingt ja schon fast unglaublich, sind da für mich 10″ fast zu groß, so als würde ich bei meinen 24″-PC-Monitor nur eine nasenlänge davor sitzen, außerdem kommt es mir unhandlich durch seine Größe vor und es wird mit der Zeit ganz schön schwer. Bei FPS geht es mir da nicht anders. Es sei denn ich stelle das Tab auf den Tisch und schließe ein Gamepad an (in meinen Fall kein extra für die Tabs gekauftes Bluetooth-Gamepad, sondern eine Wiimote und daran ein Classic-Controller. Denn wenn man so was schon im Haus hat, muss man sich keine extra Hardware fürs Tablet-Gaming zulegen. Es gibt mehrere Apps mit denen man sein Tab und seine Spiele auf die Steuerung einrichten kann. Eine Spiele bringen eine Wiimote-Unterstützung auch schon mit!).
Zur Hardware des Tab 2 10.1: Der Bildschirm ist etwas blasser als der des SGT 7.0. Das kann man mit Hausmitteln von Samsung außer Hell und Dunkel nicht nachbessern. Aber auch dafür gibt es Apps. Was man mit Apps nicht ausbessern kann ist das glatte und rutschige Backcover. Wie schon beim S3, das ich mir letztens zugelegt hatte, ärgern mich das sehr. Dadurch hält man gerade das große Tab besonders unsicher. Das Tab 7.0 hatte eine angeraute Oberfläche auf den Rücken. Das ist nicht wirklich gebürstetes Metall, sondern auch Plastik. Dabei liegt das Tab besser und sicherer in der Hand. Man muss sich für das große Tab also zwangläufig eine Booklet-Tasche oder eine Backcover-Schutzhülle oder so holen. Ärgerlich!
Merkwürdig ist für mich auch, das die Funktion der Lautstärken-Wippe invertiert hat. Das macht allerdings durchaus Sinn wenn man das Tab nur horizontal benutzt, aber in der Vertikalen mach ich zu mindestens, weil so vom kleinen Tab gewöhnt, den Ton immer leiser wenn ich ihn eigentlich lauter machen will und umgekehrt. Wie gesagt es ist eigentlich kein Bug, sondern ein Feature beim großen Tab. Ich bin es eben nur anders gewöhnt.
Fazit ist, das ich Beide gut gebrauchen kann. 10″ Tabs sind in meinen AUgen aber nur was für Zuhause auf dem Sofa oder im Lesesessel, wenn man dafür schon ein Netbook oder einen kleines Subnotebook hat, dann braucht man so ein 10″-Tab also wahrscheinlich eher weniger. Für unterwegs bleibe ich bei meinen handlichen 7″-Tab.



