Timelapse-Aufnahmen sind ja auch YouTube und Vimeo sehr beliebt. Und ich bin auch ein Fan davon und sehe mir solche Videos immer ganz gern mal an.
Erste Aufnahmen von Tom Lowe hatte ich auch auf Vimeo gesehen und so stieß ich 2010 oder 11 auf sein Projekt TimeScapes. Seine Aufnahmen hatten mir wirklich ausgesprochen gefallen und als ich lass das daraus ein ganzer Film werden sollte, war ich wirklich sehr begeistert gewesen und hatte so ein bisschen befürchtet das man den Film hier in Europa gar nicht bekommen würde. Dem war ja zum Glück nicht so und seit dem 15. März gibt es den Film hier in Deutschland auch als DVD und BRD. Da der Film nicht nur HD sondern eben auch die 4K (neuerdings always ultraHD) präsentiert wird, lohnt sich natürlich besonders die BRD, die zum Bleistift beim Armen Sohn nur 1 Euro teurer ist als die DVD. Nun ist der Film zwar von einem deutschen Vertrieb, aber es gibt keine deutschen Untertitel. Was natürlich beim dialoglosen Film selbst völlig schnurz ist, aber bei der Doku dazu für Not-English-Speaker schon gut gewesen wäre. Mir ist das zwar auch schnurz, wollte es aber mal erwähnen. Etwas anderes finde ich ein wenig ärgerlich, denn auf den BRD-Cover steht fett was von DTS-HD, aber man muss sich mit DD5.1 begnügen. Hatte mich erst wirklich gewundert das mein Verstärker kein DTS angezeigt hatte, aber eine kurze Internet-Recherche hatte dann schnell ergeben, das laut dem deutschen Verleih das original Master auch keine DTS-Spur hat. Nunja, kein Weltuntergang. Auch damit kann ich leben, denn der Sound ist trotzdem excellent. Der Soundtrack/-Score von John Stanford (kann man ruhig mal hinter diesen Link in seine sonstigen Werke reinhören) kommt sauber und kraftvoll rüber. Ich kannte John Stanford vorher auch nicht und seine Musik ist irgendwo zwischen instrumentalen Pop und Electronic. Also so in die Richtung Jarre oder TD. Der Soundtrack zu TimeScapes klingt allerdings mehr nach Soundtrack und nicht nach Pop.
Der Film ist “nur” knapp 50 Minuten lang. Das ist nicht viel, aber für die Art des Films schon okay. Teilweise wird der Film mit der Vergleich mit Koyaanisqatsi beworben. Das schafft allerdings falsche Erwartungen, die der Film nicht halten kann und von den Filmmachern auch nicht erreicht werden wollte.
TimeScapes hat da kein Konzept wie Koyaanisqatsi und auch keine große Message. Außerdem der Soundtrack.. also ich mag die Musik von Stanford, aber man kann sie eben nicht mit der von Philip Glass vergleichen. Das wäre nicht fair. Im Prinzip ist TimeScapes wie die HD-Wallpaper für den PC. Bloß eben in Bewegung. HDR-Aufnahmen von feinsten mit schöner Musik. Ein langer Videoclip für den Entspannungsmodus. Alltag raus, BRD rein. Die Bilder sind fantastisch. Bekanntlich bin ich ja kein Fan von 3D-Filmen, aber hochauflösende Bilder sind da eher mein Ding. Und da kann ich hier bei TimeScapes richtig drin versinken. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache und wenn man Rezensionen zu dem Film ließt scheinen auch viele Leute etwas ganz anderes erwartet zu haben und wurden somit enttäuscht. Ich habe hier gerne 16 Euro investiert und finde ihn sehenswert.
Aber da es nicht wirklich ein Film ist, gibt es von mir diesmal keinen Bewertung. Der läuft bei mir quasi außer Konkurrenz.
